Confoederatio

January 25, 2010

Leuenberger: Ab die Post

Zu Recht ist die anständige Schweiz über den Bonus-Skandal bei der UBS empört und dies vom Stammtisch bis weit ins wirtschaftsfreundliche, ja neoliberale Lager. Es widerspricht elementarster Logik, dass eine Firma, die nach wie vor rote Zahlen schreibt, das Management wieder für sein Versagen belohnt… und dies mit unseren Steuergeldern.

Allerdings stört etwas an der ganzen Diskussion. Abzocker und bloss am kurzfristigen Gewinn zulasten des langfristigen Erfolgs gibt es auch links der Mitte. Das neueste Beispiel ist der Skandal um Claude Béglé, Ex-Verwaltungsratspräsident der Schweizer Post.

Bekanntlich war er von Bundesrat Moritz Leuenberger in einem merkwürdigen Auswahlverfahren an den lukrativen Posten gerufen worden. Sein Förderer hat Claude Béglés Wahl immer als regelkonform verteidigt. Dies war selbst dann noch der Fall, als Dinge ans Licht kamen, welche sich in ihrer Dreistigkeit in nichts von denjenigen raffgieriger Boni-Banker unterschieden.

Rein zufällig beauftragte besagter Bundesrat eine Headhunterin aus seiner SP mit der Suche. Pikanterweise werden aus dem Netzauftritt der Firma der Cüplisozialistin Doris Aebi nicht der geringste Unterschied zu einem kapitalistischen Unternehmen ersichtlich.

Seltsam, dass eine Headhunterin, welche die Sorgfalt ihrer Abklärungen gerade auch in menschlicher Hinsicht herausstreicht, nichts über das Vorleben des besagten Claude Béglé herausgefunden haben will.

Das Trauerspiel mag den Steuerzahler und den ehrlichen Schweizer Arbeiter oder Angestellten weniger belastet haben als der Skandal mit den UBS-Boni, ein Gipfel der Unverfrorenheit ist es allemal. Einmal mehr wird klar, dass Neoliberalismus und Cüplisozialismus in vielem deckungsgleich sind. Beispiele dafür sind die Verantwortungslosigkeit gegenüber ehrlichen Schweizer Unternehmen und Heuchelei gegenüber der anständigen aber trotz direkter Demokratie machtlosen Schweizerinnen und Schweizer. Sehen Sie das auch so?

Daniel Stanislaus Martel

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November 9, 2009

Oh heiliger Sankt Florian

Das Feilschen um die knapper werdenden Bundesmittel hat begonnen. Tatsächlich sollen Ausgaben von über drei Milliarden eingespart werden. Ist es da nicht erstaunlich, dass ausgerechnet SVP-Bundesrat Maurer sein Militär davon ausnehmen will?
Er will das Budget sogar noch erhöhen. Derweil findet sich die Luftwaffe damit ab, dass sie die alternden Tiger noch Jahre weiter betreiben wird.
Für den Luftpolizeidienst reicht das Muster noch lange. Zudem kann es weiterhin von Milizpiloten geflogen werden und dadurch einigen Auserwählten den WK verschönern.
Die ganze Diskussion zeigt einmal mehr die Inkonsequenz der SVP. Sparen ja, aber nicht bei der eigenen Klientel. Müsste Bundesrat Ueli Maurer nicht Sankt Florian heissen?
Die Politdiskussionen werden spannend bleiben. Das Dossier Tiger-Teilersatz bleibt offen…
Daniel Stanislaus Martel

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